Fahrzeug-Info

18 201 (02 0201)

 

Bauart: 2´C1´ h3
Baujahr:

1961

(Rekonstruiert aus Lok 61 002, Bj. 1939 und Lok H 45 024, Bj. 1951)

Hersteller:

Lok 61 002 Henschel, Kassel

Lok H 45 204 LOWA,

Umbau zu 18 021 im RAW Meiningen

Länge über Puffer: 25.145 mm
Gewicht: 113,6 t
Leistung: 1.590 PS
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
Ø Treibrad: 2.300 mm
Ø vorderes Laufrad: 1.100 mm

Die 18 201 ist keine Serienlok, sondern das Ergebnis einer einmaligen Rekonstruktion aus diversen Teilen anderer Loks, insbesondere der Henschel-Wegmann-Lok 61 002 und der Versuchslok H 45 204. Nur das Führerhaus und der Mittelzylinder wurden neu gebaut.

61 002

Neben Schnelltriebwagen wie der "Fliegende Hamburger" setzte die DRG Anfang der dreißiger Jahre auch stromlinienverkleidete Dampflokomotiven der BR 61 ein.

Für den Schnellverkehr zwischen Dresden und Berlin entstand bei den Firmen Henschel und Wegmann der aerodynamisch und farblich neu gestaltete Henschel-Wegmann-Zug, der die Strecke ab Mai 1936 in ca. 100 Minuten bewältigte (bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 150 km/h). Zuglok war die Tenderlok 61 001, eine 2'C 2' h2t. Aufgrund geringer Kohlen- und Wasservorräte ließ die DRG 1939 eine zweite Lokomotive für den Henschel-Wegmann-Zug bauen, die 61 002, die jedoch kriegsbedingt nicht mehr zum Einsatz kam. Die Bombenangriffe 1945 auf Dresden überstand die Lok unbeschadet, da sie außerhalb der Stadt abgestellt war. Nach dem Krieg wurde sie noch gelegentlich von Berlin aus eingesetzt, zuletzt zwischen Berlin und Leipzig. Hohe Instandhaltungskosten und lange Ausfallzeiten führten schließlich am 16.08.1955 zur Abstellung. 1959 schließlich begannen die Umbauarbeiten zur Schnellfahrlok 18 201.

H 45 204

Bei der Deutschen Reichsbahn war die Nachkriegszeit vom allgemeinen Mangel geprägt. Das Fehlen geeigneter Lokomotivkohle war dabei besonders drückend. Steinkohle aus den anderen Zonen oder aus Polen war für die DR kaum zu haben. Die Ingenieure suchten nach Ideen für einen einigermaßen wirtschaftlichen Lokomotivbetrieb auf Braunkohlenbasis.

Im Jahre 1950 wurde dem Antrag des Konstruktionsbüros "Vereinigung Volkseigener Betriebe Lokomotiv- und Waggonbau" (LOWA) auf Entwicklung einer Lok mit Zwangsumlaufkessel stattgegeben. Auf Basis der 45 024 entstand in relativ kurzer Zeit die als H 45 024 bezeichnete Lokomotive. Als sie im Jahre 1951 auf der Leipziger Messe ausgestellt wurde, erregte sie durch ihre Architektur und ihren kaffeebraunen Anstrich erhebliches Aufsehen.

Obwohl die theoretischen Leistungsdaten viel versprechend waren, waren es die ersten Fahrversuche im Jahre 1953 nicht. Ernste Probleme tauchten auf wegen unzureichendem Kondensatvorrat und ausgeglühter Überhitzungsrohre. Eine unbefriedigend arbeitende Kondensationsanlage und mangelhafte Abstimmung der Heizflächenanteile waren weitere Mängel. Zwar gab es Vorschläge zur Behebung der Mängel, doch sah die LOWA davon ab, das kostspielige Experiment fortzusetzen. Im Jahre 1960 ist die Lokomotive H 45 024 im RAW Meinigen zerlegt worden.

18 201

Unter Verwendung der drei Kuppelradsätze mit Treib- und Kuppelstangen, des vorderen Drehgestells und der Steuerungsträger der 61 002 und Außenzylinder, Schleppradsatz und hinterem Rahmenteil der H 45 201 entstand die 18 201 als Schlepptenderlokomotive.

Von zwei abgestellten Güterzugloks stammte das hintere Gestell mit der Bissel-Laufachse und zugehörigem Rahmenteil mit den außenliegenden Zylindern sowie der Tender (von 44 468). Das Führerhaus und der Mittelzylinder wurden neu gebaut, der vollständig geschweißte Verbrennungskammer-Kessel entspricht der bei anderen DR-Rekolokomotiven verwendeten Bauart.

Ihre Nummer erhielt die neue Lokomotive in zweiter Besetzung zur Erinnerung an die erste deutsche Pacific, die Gattung IV f der Großherzogliche Badische Staatsbahn (Baureihe 18.2).

Die 18 201 war nie für den Schnellzugdienst vorgesehen, vielmehr war sie als Schnellfahr-versuchslok für das Testen von in der DDR produzierten Export-Reisezugwagen vorgesehen.

Der Tender der Bauart 2´2´ T 34 besitzt einen Wasservorrat von 34 m3 und einen Heizölvorrat

von 13,5 m3. Zur Sicherung ihrer Betriebsfähigkeit ist die 18 201 bei längeren Strecken mit einem zweiten, ebenfalls grün lackierten Tender (von 01 533) unterwegs.

Ø Auslieferung am 01.06.1961 als Kohlelok 18 201.

Ø Ab 29.06.1967 mit Ölfeuerung im Einsatz.

Ø 1970 infolge Einführung des EDV-Nummersystems Umzeichnung in 02 0201-0

Ø Am 11.10.1972 bislang höchste gemessene Geschwindigkeit von 182,4 km/h.

Ø Seit den 80er Jahren DR-Traditionslok

Ø 1985 erster "West-Auftritt" in Nürnberg bei der Feier zum 150jährigen Bestehen der

     Eisenbahn in Deutschland.

Ø Nach der deutschen Wiedervereinigung im Bestand des DB Museums Nürnberg.

Ø 1997 Fristablauf und Abstellung in Halle P.

Ø 2000 Kooperationsvertrag zwischen dem DB Museums Nürnberg und Dampf Plus GmbH.

Ø 2002 durch eine Kooperation mit der Firma Roco im Rot umlackiert.

Ø Seit 2004 im Eigentum der Dampf Plus GmbH, Standort: BW Nossen.

Ø Ab 16.07.2005 wieder mit grüner Originallackierung

Ø Am 30.04.2012 endete die Kooperation zwischen Dampf Plus und dem BW Nossen

    und die 18 201 wurde nach Wittenberg gebracht.

 

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